FAST FASHION – WAW WEEKEND

Das Museum für Kunst und Gewerbe ist eines der innovativsten in Hamburg.
Zahlreiche ungewöhnliche Ausstellungen ziehen unzählige Besucher an und machen den Besuch immer wieder zum Erlebnis.

Noch bis 20sten September 2015 läuft die Sonderschau „Fast Fashion“, die sich mit dem immer schnell drehenden Zirkus der Modewelt, und den damit einhergehenden Folgen beschäftigt.

Umweltverschmutzung einer Textilfabrik – Photo: Gigie Cruz-Sy/Greenpeace

Man muss es ich nur mal vor Augen führen, dass vor 3 Generationen noch Socken gestopft wurden. So etwas erscheint kaum 50 Jahre später vollkommen abstrus. Mode und Kleidung ist zum Wegwerfprodukt geworden.

In immer kürzeren Abständen erblicken neue Kollektionen das Licht der Welt um die kurzfristige Beutegier des Menschen zu befriedigen und ihnen einen oberflächlichen Kick verschaffen. Wer anders handeln und aus dieser Spirale ausbrechen möchte, hat es nicht immer leicht, bis vor einigen Jahren musste man fair produzierte und hergestellte Klamotten förmlich wie die Nadel im Heuhaufen suchen.

Ausstellung/ Fast Fashion
Photo: Taslima Akhter

 

Bestes Beispiel dafür, dass der kapitalistische Schlachtruf „schneller, höher, weiter“ gute Ansätze des „Gutmenschentumes“ im Keim ersticken lassen kann ist „Kleidermarkt“. Der Secondhand-Konzepter der Modemarkt Freestyle GmbH aus Lübeck, stellt derzeit sukzessive sein Konzept um und nennt sich nun „Pick & Weight“.

Die gut sortierten Fashion-Pieces aus zweiter Hand werden nun nach Kilopreis verkauft. Mit dem Umzug in neue Räumlichkeiten und ein bisschen mehr an fancy „Dekoartikeln“ stiegen natürlich auch die Preise gehörig.

Zweifellos ein gewinnbringender Schachzug der Geschäftsleitung, für den Endverbraucher, der sich mit gutem Gewissen, aber doch modisch einkleiden möchte, eher grenzwertig, von dem Backlash für die Natur ganz zu schweigen.

Ausstellung/ Fast Fashion
Photo: Taslima Akhter

Dieses Beispiel ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber genau dies ist es, womit sich die Ausstellung „Fast Fashion“ auseinandersetzt.

Wie kann es sein, dass T-Shirts für 2€ produziert werden?
Wie kann es sein, dass wir 40% der gekauften Klamotten niemals auch nur anziehen?
Wie kann es sein, dass Textilarbeiter nicht von ihrem Lohn leben können?

Ausstellung/ Fast Fashion
Photo: Tim Mitchell

Die Ausstellungen gibt Insights auf die heutige Modeindustrie.
Angefangen beim einfachen Arbeiter über den Hersteller bis hin zum Konsumenten.
Es ist jedoch nicht nur eine Ausstellung die anprangert.

Die Kuratoren erzwingen zwar einen kritischen Blick, ermöglichen jedoch genauso die Erweiterung des Horizontes auf die Zukunft.
Die Zukunft des Mode im 21sten Jahrhundert heißt „Slow Fashion“ und soll mehr sein als ein Gegenentwurf zur „Fast Fashion“.
Hier werden innovative und vielversprechende Entwicklungen vorgestellt, die das Potenzial besitzen, diesen konstruktiven Kreislauf endlich zu durchbrechen.