NIYOKO IKUTA – CREATIVE TALENT

Japan, die Kultur im Land der aufgehenden Sonne ist uns Mitteleuropäern fremd, und fasziniert uns seit jeher. Die Geschichte Japans ist geprägt durch ein Wechselspiel von Isolation und äußeren Einflüssen.

Nachdem der bedeutendste Shogun Japans, Tokugawa Ieyasu, im 17. Jahrhundert alle Shogune unter sich einte, verbannte er, um seine Herrschaft zu stabilisieren, alle Ausländer des Landes und über 250 Jahre war Fremden die Einreise verboten.

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In dieser längsten Periode des Friedens erlebte die japanische Kultur ihre Blütezeit.
Im Westen berühmt wurden vor allem die Schwertschmiedekunst, das Töpfereihandwerk und die Kalligraphie.

Da die japanische Kunst, im Gegensatz zur europäischen Kunst, immer auch Gebrauchskunst ist, wurde das Handwerk in Japan seit jeher hoch geschätzt und dessen Meister oft wie Helden verehrt.

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Ein weiterer Grund für die oft sehr aufwendige, jedoch gleichzeitig reduzierte Form japanischer Kunstgegenstände liegt im Shintoismus, neben dem Buddhismus die bedeutendste Religion Japans, begründet.

Eine der Glaubenssätze dieser Religion ist, das die Götter die Form von Menschen, Tieren, aber auch Gegenständen annehmen können. Das Objekt wird zum beseelten Gegenstand und erfährt somit eine Wertigkeit im Umgang, die uns Westeuropäern nicht geläufig ist.

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Die Glassskulpturen der Künstlerin Niyoko Ikuta sind ein großartiges Beispiel, zeitgenössischer japanischer Kunst, die diese Eigenarten transportieren. Schlicht und gleichzeitig atemberaubend, beeindrucken die aus unzähligen Schichten bestehenden Skulpturen, ob ihrer Fragilität.

Niyoko Ikuta arbeitet seit 1980 mit Glas und beherrscht ihr Handwerk meisterhaft.
Die Lebendigkeit ihrer Objekte bringt uns Japan, und dessen Kultur, ein kleines Stückchen näher.