VITRA X CAMPER

Kaum ein Begriff lässt Kenner der Möbelbranche so sehr die Ohren spitzen wie Vitra. Das im Jahre 1950 von Willi Fehlbaum gegründete Unternehmen schreibt seit Jahrzenten Geschichte und ist zum Großteil dafür verantwortlich, dass die Designs von Hermann Miller, George Nelson und Charles Eames ihren Weg nach Europa fanden.

Auf dem Firmenareal des Möbelgiganten in Weil am Rhein befindet sich der Vitra Campus, der seit den 1990er Jahren bis zu dreihunderttausend Besucher jährlich anlockt und das nicht ohne Grund. Weltberühmte Architekten wie Zaha Hadid, Alvaro Siza und Nicholas Grimshaw verewigten sich auf dem Gelände mit Bauten, die als Marksteine der jüngeren Architekturgeschichte gelten.

 

Vitra & Camper 1

 

Ein Ausflug lohnt sich also allemal, bis zum 30sten September lohnt sich der Besuch jedoch insbesondere. Im Rahmen der „Making Africa“ Ausstellung des Vitra Design Museums haben sich die spanische Schuhmarke Camper und Vitra zusammengetan, um ein beeindruckendes Pop-up-Projekt zu realisieren.

Es geht um die Zukunft des Einzelhandels – genauer gesagt, um die experimentelle Erprobung neuer, digitaler Retail-Konzepte. Das beginnt beim individuellen QR-Code, der dem Kunden Zugang zu Services – vom Fußscanner bis zur optimal angepassten Einlegesohle ermöglicht – bis hin zu der Option, die gekauften Camper-Schuhe direkt nach Hause geliefert zu bekommen.

 

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Dieser innovative Ansatz allein wäre in jedem Fall eine Reise wert, Vitra wäre jedoch nicht Vitra, wenn die Architektur nicht eine Schlüsselrolle spielen würde.
Für die Gestaltung des Pop-up-Projektes konnte niemand Geringeres als Diébédo Francis Kéré gewonnen werden. Der aus Burkina Faso stammende, deutsche Architekt widmet sich vorrangig sozial und ökologisch nachhaltigen Architekturprojekten.

Vitra nutzt das Pop-up-Projekt auch als Kommunikationsplattform für Gespräche mit dem Handel, denn ebenso neuartig und spannend wie der digitale „Customer Journey“ sind auch die Ladenbau-Innovationen wie eine tageszeitindividuelle Lichtsteuerung und eine neue Form der integrierten Regalbeleuchtung.

 

making africa (1)

 

So schließt sich der Kreis logisch und schafft die Verbindung zur aktuellen Ausstellung „Making Africa“, die das zeitgenössische afrikanische Design in ein neues Licht rückt und sich zum Ziel gesetzt hat, sich vom nicht mehr zeitgemäßen Bild des dunklen Kontinentes zu verabschieden.

Was bleibt uns da noch zu sagen als: Touché! Wieder einmal beweist uns Vitra, dass es nicht umsonst zu einem der innovativsten Unternehmen der Welt gehört.

 

Vitra X Camper